Sichere Navigation

Eigentlich gebührt mir ein Eintrag ins "Guinness Buch der Rekorde", denn ich bin bestimmt der einzige Bürger Deutschlands der kein Navigationsgerät besitzt. Bisher habe ich mich vehement gegen die Anschaffung eines solchen Gerätes gewehrt mit dem Verweis darauf, dass ich über ein Hirn verfüge, das selbstständig denken kann.

Am vergangenen Wochenende wurde ich eines Besseren belehrt! Nicht, dass es nun zu Missverständnissen kommt, ich verfüge immer noch über ein gut funktionierendes Hirn, habe lediglich meine Meinung über den Sinn von Navigationsgeräten geändert. Ich musste nämlich feststellen, dass ein mangelnder Orientierungssinn, gepaart mit dem Nichtvorhandensein eines Navis, zu äußerst ärgerlichen Situationen führen kann:
Ich war auf dem Weg nach Frankreich und wollte in Ludwigshafen auf die A6. Dummerweise war diese Autobahn scheinbar über Nacht aus der Landschaft verschwunden. Jedenfalls fand ich in ganz Ludwigshafen und Umgebung keine Autobahn Richtung Saarbrücken. Als mir der Kilometeranzeiger sagte, dass ich bereits viele Kilometer (ich verrate hier nicht wie viele!) in und um Ludwigshafen kurvte, erwog ich, äußert verärgert über meine Dummheit, wieder zurück nach Mannheim zu fahren und mich zuhause ins Bett zu legen. Mein sicherer Hafen. Doch ich hatte meiner Mutter die auf dem Beifahrersitz saß, diesen Ausflug versprochen und Aufgegeben ist sowieso nicht meine Sache. Ich nehme mal an, dass meine Mutter heftig betete, denn plötzlich begegnete ich einem Autobahnschild und war kurze Zeit später auf dem richtigen Weg.
Am späten Nachmittag kamen wir wohlbehalten an unserem Zielort in Frankreich an - mein Verdienst war es nicht!

Dieses Erlebnis hat mich noch eine Zeitlang beschäftigt. Ein ganz klein wenig stolz war ich dann doch auf mich, denn schließlich habe ich ohne Navigationsgerät mein Ziel erreicht und das können nicht alle Leute von sich behaupten, nicht einmal diejenigen, die ein Navi besitzen. Ich erinnere mich an den Tag, an dem mich meine Schwägerin mit den Kindern besuchte und Joel (damals 5 Jahre alt) mir, kaum an der Wohnungstür angelangt, ganz entrüstet erzählte: "Stell’ Dir mal vor, unser Navi hat voll gelügt!"

Ja, ich weiß, dass ein gut funktionierendes Navigationsgerät ein Segen sein kann. Noch lieber als ein Navi fürs Auto, wäre mir allerdings ein "Navi fürs Leben".
Wäre es nicht wunderbar wenn wir als Christen so ein kleines Gerät hätten, das uns sicher durch die Irrungen und Wirren des Lebens führt? Das uns digital anzeigt, für welchen Beruf wir uns entscheiden sollen, welchen der zahlreichen Verehrer wir heiraten oder welche Wohnung wir mieten sollen?
Als Richtlinie für das Leben hat Gott uns die Bibel gegeben. Sie lehrt uns, wie wir Gott gefallen und ihm zur Ehre leben können. Für Entscheidungen wie Wohnungssuche oder Beruf, hat uns Gott außer den biblischen Grundlagen seinen Geist und einen Verstand gegeben. Letzterer kann manchmal mehr, manchmal weniger wach und aktiv sein.

Hin und wieder gelangen wir an Weggabelungen an denen wir fragend stehen bleiben und grübeln, ob nun der rechte oder der linke Weg der Richtige sei. Gott überlässt uns die Wahl und wir brauchen Mut, eine Entscheidung zu treffen und manchmal noch mehr Mut, hinterher dazu zu stehen. Wir sind Gottes Kinder, die er zur Freiheit berufen hat und die er selbstständig handeln lässt.

Dennoch sind wir nicht auf uns alleine gestellt. Wenn wir unsere Entscheidungen im Gebet vor Gott treffen, dann dürfen wir seine Zusage aus Psalm 32,8 in Anspruch nehmen: "Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten."

P.S. Übrigens, mittlerweile hat meine Mutter mir ein Navi geschenkt. Der Eintrag ins Buch der Rekorde hat sich somit erledigt.

(Rose)