Sei vernünftig - Es gibt keinen Gott...
Ich bin Antje und wuchs in der DDR, in einem nichtchristlichen Umfeld, auf. Schon als kleines Kind war mir klar, dass es Gott gibt. Zusammen mit meinem Teddy im Arm betete ich und erzählte Gott alles, was mir auf dem Herzen lag. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nichts über Jesus. Nicht einmal, dass es IHN gibt. Doch die Suche nach IHM hatte längst begonnen, weil ER mich von Beginn an suchte.
Ich war ein Kind, das immer tausend Fragen hatte und sie auch stellte, wann immer sich eine Gelegenheit dafür auftat. So verhielt es sich auch mit meinen Fragen zu Gott. Doch die Erwachsenen waren sich in ihrer Antwort darauf immer einig: „Antje, einen Gott gibt es nicht.“ Oder: „Wenn man tot ist, ist man tot.“ Auch die Evolutionstheorie wurde mir von verschiedensten Personen immer wieder mit viel Liebe und Geduld erklärt. Am Ende wurde ich immer erwartungsvoll gefragt: „Antje, einen Gott gibt es nicht, hast du das jetzt verstanden?“ Meine Antwort war dann immer dieselbe: „Das glaube ich nicht.“ Denn für mich gab es Gott.
Die Erwachsenen stellten mir statt Gott mein wahres Ziel vor Augen: „Antje, du sollst ein guter Jungpionier der DDR werden und die 10 Gebote der Jungpioniere befolgen!“ Zu den Geboten gehörten unter anderem:
- Wir Jungpioniere lieben unsere Deutsche Demokratische Republik.
- Wir Jungpioniere halten Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller Länder.
- Wir Jungpioniere lernen fleißig sind ordentlich und diszipliniert.
- Wir Jungpioniere tragen mit Stolz unser blaues Halstuch.
Da ich mit meinem Glauben an einen Gott ziemlich alleine da stand, traf ich eine Entscheidung: Ich werde ein guter Pionier und über Gott spreche ich, wenn überhaupt, nur mit meiner besten Freundin, die auch Antje hieß, und mit meiner Grundschullehrerin, die für Antje und mich eine sehr wichtige Vertrauensperson war. Auch wenn sie meine Fragen zu Gott nicht beantworten konnten, so haben sie doch beide fest an mich geglaubt und daran, dass ich meine Antworten eines Tages schon bekommen werde.
Als ich gerade 12 war, verstarb meine Grundschullehrerin. Erstmals begann ich an Gott zu zweifeln. - Was ist, wenn ich mich doch irre und es ihn wirklich nicht gibt? - Diese Zweifel bewirkten, dass ich mich wieder intensiver auf die Suche nach Gott machte. Ich wollte wissen, wer ER ist.
Zu dieser Zeit erfuhr ich im Schul-Geschichtsunterricht und aus zahlreichen Büchern der Kinder- und Jugendbibliothek von all dem schrecklichen Unheil, das im Namen des Christentums angerichtet wurde. Ich stellte mir die Frage: Konnte das mit dem Gott zu tun haben, den ich suchte?
Mit 15 Jahren lernte ich den Sohn eines Pastors der evangelischen Kirche kennen. Von seinem Vater erhoffte ich mir die entscheidenden Antworten auf meiner Suche nach Gott. Und so machte ich mich mit meinen vielen Fragen im Gepäck auf den Weg zu dieser Familie. Doch beim Betreten der Wohnung fiel mir ihr kranker und verwahrloster Wellensittich in einem völlig verschmutzten Käfig auf. Der Zustand des Vogels machte mich sehr traurig und sofort kamen mir Zweifel, ob ich hier die richtigen Antworten bekommen würde. Und wieder stellte ich mir die Frage: Konnte das mit dem Gott zu tun haben, den ich suchte? Ich zog einen folgenschweren Schluss. Durch Christen kann ich Gott nicht näher kommen!
Die Suche ging weiter. 1989 fiel die Mauer und die Freiheit schien grenzenlos zu sein. Doch der großen Freude folgte nur wenige Monate später die bitterste Ernüchterung. Meine beste Freundin Antje starb mit gerade mal 18 Jahren durch einen Autounfall. Um mich herum wurde es sehr finster und die Zweifel an der Existenz Gottes waren erneut da und diesmal noch viel schlimmer.
In dieser Zeit verließ ich meine Heimatstadt und zog nach Bremen. Ein ganz neuer Lebensabschnitt begann. Um mich im neuen System zurechtzufinden, schwamm ich erst einmal mit dem Strom mit und ich hatte auch vermeintlich überhaupt keinen Grund unzufrieden zu sein – mit Job, Freundeskreis, Partner, Reisen und Partys. Doch den Sinn meines Lebens konnte ich darin nicht finden. Nach einer Weile wurden mein Fragen nach Gott wieder lauter. Da ich allerdings einige Jahre zuvor das Christentum ausgeschlossen hatte, suchte ich auf allen anderen Wegen nach Gott. Doch ich fand weder Gott, noch einen inneren Frieden. Ich wusste auch nicht, wie ich mit meiner Schuld, die immer größer wurde, umgehen sollte. Heute weiß ich, dass diese Wege sehr gefährliche Sackgassen für mich waren, aus denen mich Gott immer wieder herausziehen musste.
2003, in einer Zeit, in der ich mich mit dem Buddhismus beschäftigte, erkrankte ich ernsthaft. Die Ärzte machten mir klar, wie schwer diese Erkrankung ist und dass ich mich auch auf das Schlimmste einstellen müsste. In diesem entscheidenden Moment fand ich weder Trost noch Hoffnung im buddhistischen Glauben. Genau das Gegenteil war der Fall, er bürdete mir noch mehr Last auf und so wandte ich mich vom Buddhismus ab und setzte meine Suche nach Gott fort. Ich wusste, dass mein Leben sich ändern sollte. Ich fing wieder an zu beten und meine einzige Bitte an Gott war die, dass ich nicht sterbe, bevor ich weiß, wer ER ist.
Eine Einladung zu einem Gottesdienst folgte einige Zeit später durch eine Frau, die ich einige Monate zuvor durch meine berufliche Tätigkeit kennen gelernt hatte. Ich sagte spontan zu und ging am darauf folgenden Tag in meinen ersten Gottesdienst. Die Predigt hinterließ einen tiefen Eindruck bei mir. In einem persönlichen Gespräch mit dem Pastor wollte ich dann herausfinden, ob er mir helfen kann Gott zu finden. Doch von dem, was der Pastor sagte, verstand ich nichts, aber sein Gebet für mich veränderte etwas in mir. Ein innerer Kampf begann und ich war hin- und hergerissen.
Doch je näher ich Jesus auf meiner Suche kam, umso stärker wurden auch die Angebote, die mich von Gott wegbringen sollten. So lernte ich z.B. einen Heiler kennen, der meinen Onkel von Leukämie geheilt hatte, und ich war versucht, seine Heilungskräfte auch in Anspruch zu nehmen. Auch hier bewahrte Gott mich und zog mich aus dieser Situation heraus, wie wohl schon so oft in meinem Leben.
Als sich mein gesundheitlicher Zustand wieder verschlechterte und mein Lebenshaus so nach und nach in sich zusammenfiel, da erfüllte mir eine Freundin einen großen Wunsch. Sie fuhr mich an die Ostsee und begleitete mich bei einem Strandspaziergang. Es war der 20. Oktober 2004, ein völlig verregneter und trüber Herbsttag. Außer uns war wohl kein Mensch am Strand.
Wir gingen also direkt am Wasser entlang und ich fing an zu beten, erst leise und dann immer lauter. Irgendwann ging ich weinend vor Gott auf die Knie und bekannte ihm, dass ich aus eigener Kraft nicht mehr weiter kann, dass ich kapituliere. Und so setzte ich alles auf eine Karte und sagte: „Gott, wenn es Jesus Christus ist, den ich seit so vielen Jahren suche, dann gebe mir bitte hier und jetzt ein eindeutiges Zeichen!“ Ich wartete, doch es passierte nichts.
Unter Tränen ging ich weiter am Strand entlang. Dann glitzerte auf einmal ein Stein im Wasser. Er erinnerte mich sofort an ein Herz. Ich hob ihn auf, aber es war nur ein halbes Herz und ich wollte doch ein eindeutiges Zeichen, nicht eins, bei dem ich mir die fehlende Hälfte noch mit viel Phantasie dazu denken musste. Ich wollte auch keinen Raum für Interpretationen, sondern ein ganz klares Zeichen Gottes für Jesus. Nach ca. 2 Stunden im Regen hatte ich keine Kraft mehr weiter zu gehen. Ich setzte mich in den Sand und wartete weiter auf Gottes Antwort.
Genau in dem Moment als der Gedanke in mir aufkam, dass es Jesus vielleicht doch nicht ist, den ich suchte, kam meine ungläubige Freundin auf mich zugelaufen und rief: „Antje, schau mal wo du drin sitzt!“ Und als ich mich umsah, erkannte ich, dass ich mitten im Zentrum eines Herzens aus einzelnen Steinen saß. Dieses Herz war nur so groß, dass ich gerade darin Platz fand. Es gab weit und breit kilometerlangen unberührten Sandstrand, …aber ich saß in einem Herz. In dem Moment bekam ich einen inneren Frieden und die Gewissheit, dass ich in Jesus den wahren Gott gefunden hatte. Da weinte ich viele Tränen der Buße über die letzten Jahre – über allen Zorn, Hass, Egoismus, Stolz und über all meine Schuld. Und ich betete: „Herr Jesus, bitte vergib mir meine Sünden und komme in mein Leben“. Jesus Christus tat es. Meine Freude darüber war riesengroß, ich hüpfte am Strand entlang und dabei konnte ich nicht aufhören Jesus zu preisen. Es war der schönste Moment meines Lebens. Ich hatte endlich Jesus gefunden und es war der Beginn einer lebendigen Beziehung mit Gott. Mein Leben veränderte sich grundlegend. Gerne besuchte ich von da an die Gottesdienste und es wurde mir zu einer großen Freude in der Bibel, in Gottes Wort, zu lesen. Am Karfreitag 2005 ließ ich mich auf den Namen Jesu taufen. Es war mein öffentliches Bekenntnis vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt, dass Jesus Christus der HERR meines Lebens ist.
Heute weiß ich, dass allein JESUS CHRISTUS der Weg zu GOTT ist.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Joh 14,6)
(Antje)