Erlebnisse der Party-Susi

Ich bin Susi und wurde Mitte der sechziger Jahre in einem Vorort von Mannheim geboren. Ich wurde evangelisch getauft und habe meine Kindheit in einem nicht christlichen Elternhaus verbracht. Mit 13 Jahren bin ich dann konfirmiert worden, weil alle aus meinem Jahrgang zur Konfirmation gingen und ich mich auf die Geschenke und die Party freute… jedoch ohne tieferen Sinn für mich. Mein damaliger Konfirmationsspruch lautete:

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, wie ich euch geliebt habe.
(Johannes 13, 34)

Daß mit dem „einander lieben“ hatte ich dann genauso schnell wieder vergessen wie es gedruckt war. Aufgrund familiärer Umstände habe ich dann kurz nach meiner Konfirmation mein Leben relativ schnell selbst in die Hand genommen und meine folgenden Teenagerjahre sowie meine zwanziger und dreißiger Jahre in völliger Gottlosigkeit verbracht.

Da ist keiner der Gutes tut auch nicht einer.
(Römer 3, 12)

In diesen Jahren habe ich sämtliche nur erdenklichen Gebote gebrochen…ich habe gelogen und betrogen, habe Ehebruch begangen, ließ mich scheiden und gehe sogar soweit zu sagen ich habe gemordet. Wenn auch nicht körperlich dann mit Sicherheit psychisch.
Mein Motto war „mehr geht immer“ und dementsprechend habe ich mir genommen was ich wollte, ich habe konsumiert.

Partys, Reisen, materielle Güter und leider auch Menschen. Wenn sie mir überdrüssig waren, habe ich sie einfach ausgetauscht.

Ich war irgendwie auf der Suche, wusste nicht wirklich nach was und war aber auch nicht wirklich unzufrieden damit. Wahrscheinlich hätte ich noch viele Jahre weiter so verschwendet wenn ich nicht 2006 in eine schwere persönliche Krise gestürzt wäre. Es waren viele negative Umstände, die von außen über mich hereinbrachen. Zum Teil natürlich die Quittung auf mein bisher geführtes Leben, aber auch Dinge auf die ich keinen Einfluss genommen hatte. Ich konnte mich nicht selbst befreien, weder mit Beziehungen noch sonstigen Bemühungen. Ich war tief verzweifelt!

Ich hatte das Gefühl als wenn sich alles gegen mich verschworen hätte, wie wenn einer mich und mein persönliches Umfeld verfluchen würde. Ich hatte darauf ein Gespräch mit meinem Ehemann Harald der normalerweise ein absoluter Realist ist und auch er war der Meinung, dass da irgendjemand oder irgendetwas uns Böses will. Er meinte, vielleicht würde es helfen wenn wir in einer Kirche mal ein paar Kerzen anzünden würden oder so, auf jeden Fall müsste man was tun er wusste auch nicht so recht was konkret. Ich habe mich dann auf den Buddhismus besonnen und gedacht, es könnte nicht schaden, die Wohnung mal mit Weihrauch- Räucherstäbchen auszuräuchern. Es hat nur fürchterlich gestunken. Außerdem stellte ich einen Wächter vor die Haustüre (dies ist ein hölzerner Buddha mit einem großen Schild der angeblich Flüche bereits vor der Haustür abhält).
Befreit fühlte ich mich immer noch nicht, ich war immer noch verzweifelt.

Just an diesem Nachmittag, war ich mit Helga verabredet. Helga hatte ich beim Reiten kennen gelernt und wusste von ihr, dass sie Christin ist, was mich aber nicht weiter störte. Ich habe sie trotzdem zu mir eingeladen.
Als wir dann beim Kaffee zusammen saßen, dachte ich, frag sie doch einfach mal, was sie als Christin in meiner Situation mit Flüchen oder ähnlichem machen würde. Und Helga sagte zu
mir: Wenn du an Jesus Christus glaubst, wird kein Fluch oder sonst was von einem anderen Menschen dir irgendetwas anhaben können. Du bist beschützt!

Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebenskraft, vor wem sollte mir grauen?

(Psalm 27, 1)

In diesem Moment viel eine Zentnerschwere Last von mir ab, ich fühlte eine unbeschreibliche Wärme und wusste in diesem Moment, genau das ist es! Jesus Christus ist die Lösung und nicht irgendein Buddha oder sonstiges.

Ich dachte einen Moment nach und stellte mir vor, was Jesus wohl dazu sagen würde, wenn ich die „Party-Susi“ zu ihm kommen würde und würde zu ihm sagen, hallo hier bin ich, ich würde dir gerne nachfolgen. Sicher würde er die Hände über dem Kopf zusammenschlagen in Anbetracht meiner ellenlangen Sündenliste und würde sagen: na klasse, auf Dich habe ich ja gerade gewartet. Ich fragte Helga also, meinst du Jesus würde mich überhaupt nehmen? Helga sagte dann zu mir:
Jesus Christus ist auch für deine Sünden am Kreuz gestorben, wenn du ihm dein Leben übergibst und sie ehrlich bereust, sind dir alle deine Sünden vergeben denn er hat sie für dich mit seinem Blut getilgt. Und du meinst wirklich er würde mich nehmen? Fragte ich sie etwas kleinlaut..

Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
(Johannes 8, 7)

Ich hab dann erst mal gar nichts mehr dazugesagt und beschlossen, erst mal eine Nacht darüber zu schlafen. Am nächsten Morgen wachte ich auf und wollte immer noch zu Jesus gehören. Mein Gefühl vom Vortag hatte sich nicht geändert - im Gegenteil, mein Wunsch wurde immer größer. Ich dachte noch mal über die Sündenvergebung nach und dachte mir, was würden wohl die anderen Nachfolger und Nachfolgerinnen einer Gemeinde über mich sagen, wenn sie mein Vorleben sehen würden?

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
(Johannes 8, 7
)

Ich habe dann noch eine Nacht darüber geschlafen und war mir immer noch sicher, dass ich mit Jesus Christus leben wollte. Ich habe dann mein Übergabegebet gemacht und im Nachhinein, wenn ich so mein Leben bisher betrachtete, hat Gott auch in meinen jüngeren Jahren des öfteren probiert mich zu rufen, ich hatte es nur nicht wirklich gehört oder war auch viel zu beschäftigt um es zu hören.

Denn viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt.
(Matthäus 22, 14)

Im September 2009 ließ ich mich dann taufen. Ich habe viel Lebenszeit gebraucht um zu Jesus Christus zu finden, aber ich bin so froh, dass ich es doch noch geschafft habe. Naja, manche brauchen halt etwas länger so wie ich…mein Taufspruch war dann auch recht passend zu meiner „späten Bekehrung“ hier auf Erden. 

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.
(Prediger 3, 1)

Wie sieht mein Leben heute aus?

Natürlich macht es mit dem Übergabegebet nicht „wusch“ und plötzlich ist man sofort ein anderer Mensch. Es ist ein Lernprozess. Auf alle Fälle ist mein Leben heute erfüllter geworden, auch gehe ich nachdenklicher mit anderen Menschen um. Ich lese viel in der Bibel und wundere mich doch immer wieder, wie man gerade bei alltäglichen Problemen fast immer fündig wird, was die Lösung betrifft.

Oft denke ich auch, was würde Jesus jetzt an meiner Stelle tun. Mit Jesus zu leben ist für mich so, wie wenn ich einen sehr guten Freund dazu gewonnen hätte, der immer für mich da ist und mit dem ich auch über alles reden kann.

Ein Leben ohne Jesus könnte ich mir heute nicht mehr vorstellen…

(Susi)