Mein Leben mit Jesus
(1) Mein Leben ohne Jesus
Ich bin 1980 geboren und zum Zeitpunkt meiner Taufe war ich 27 Jahre alt. Ich bin einem nicht religiösen Haus aufgewachsen. Zur Kirche wurde an Weihnachten und Ostern gegangen. Ich bin evangelisch getauft und konfirmiert worden.
Mit knapp 13 sind wir erneut umgezogen, weg von den Freunden, der Familie und der Schule. Was jetzt jedoch nicht so das große Problem war. Kurze Zeit später lernte meine Mutter eine gläubige Freundin kennen und hat kurze Zeit später zum Glauben gefunden. Daraufhin gingen wir regelmäßig nach Durlach in die Gemeinde, gingen zum Hauskreis – entweder bei uns oder bei anderen. Meist war ich ebenfalls dabei, anfänglich hauptsächlich wegen der Gummibärchen danach :-)
Meine Mutter und ich haben uns sehr viel über ihren Glauben unterhalten. Alles in allem war es ein schönes Leben, jedoch wurde mir irgendwann klar, da muss doch noch mehr sein. Irgendetwas fehlte.
(2) Wie ich zum Glauben an den Herrn Jesus gekommen bin
Ich war nach dem Frühstück spät dran und musste mich beeilen, den Bus noch zu bekommen, der mich heute zum Europapark bringen sollte. Wir hatten morgens noch geredet und zusammen gebetet.
Bisher hatte ich immer darauf gewartet, dass es mir wie Schuppen von den Augen fiel, aber irgendwie passiert nichts. Dann an diesem Morgen in unserer Garage – es war eine hässliche Garage – wurde es mir auf einmal vollkommen klar. Ich war ein Sünder und habe bisher absolut gottlos gelebt. Ich habe erkannt, dass ER für meine Sünden gestorben war und Sein Blut für mich vergossen hatte, als ER am Kreuz starb. Ich bat den HErrn Jesus in mein Leben zu kommen, die Kontrolle über mein künftiges zu übernehmen und mir mein Sünden zu vergeben.
Ich habe an diesem Tag das größte Geschenk erhalten, das man bekommen kann. Und der HErr war an diesem Tag noch zusätzlich im Kleinen treu… der Bus hatte 15 Minuten Verspätung und ich habe den Bus noch problemlos erreicht. Das war mein 24.06.1994.
(3) Mein jetziges Leben mit Jesus
Teil 1 - Die ersten Jahre
Ich ging weiter in die Gemeinde und war bei den Hauskreisen dabei. Ebenfalls war ich in der Teeniegruppe der Gemeinde dabei. Aber so richtig „warm geworden“ bin ich dort nicht, da ich relativ „alt“ dazugekommen bin. Ich habe auch in der Bibel gelesen, aber mehr wie in einem Roman und so, als wäre es das das lebendige Wort, dass DIE Grundlage für mein Leben ist bzw. sein sollte.
Teil 2 - Der ungehorsame Teil
Dieser Teil begann ca. mit Ende 16, Anfang 17 Jahren. Schuld an dem, was danach kam war nicht mal unbedingt die Pubertät, eher der Umgang mit den falschen Leuten. Eigentlich ausschließlich Nicht-Christen.
Ich ging weiterhin in die Gemeinde, jedoch immer unregelmäßiger. Es wurde mir alles andere wichtiger, als meine Beziehung zu Jesus zu pflegen. Wenn ich samstags spät oder schon wieder früh nach Hause kam, wollte ich lieber ausschlafen, als mit in die Gemeinde zu gehen.
Ich bin vom rechten Weg abgekommen und durch mein Leben „gedümpelt“. Ich habe in dieser Zeit viele Sachen gemacht, auf die ich nicht stolz bin. Ich habe gelogen, betrogen, geklaut, getrunken, Drogen genommen… Die Liste meiner Sünden war lange. Ich habe meiner Mutter viele Sorgen bereitet und mir keinerlei Gedanken gemacht. Habe „Vater und Mutter nicht geehrt“. Auch meinem Schwiegervater gegenüber war ich nicht immer fair. Dafür möchte ich mich nochmals ausdrücklich entschuldigen! Alles in allem war es eine sehr weltliche Zeit.
Nach dem Abitur bin ich dann wegen meiner Ausbildung nach Mannheim gezogen. Dort hatte ich dann keinerlei Umgang mehr mit Christen. An die darauffolgenden Jahre habe ich – im Nachhinein betrachtet - auch nicht mehr viele besondere Momente, an die ich mich erinnere… Es waren eher unbedeutende Jahre.
2002 hab ich dann meine Frau kennengelernt, was sehr bedeutend war :-) und dann im Juni 2004 auch schon geheiratet. Zu dieser Zeit war ich wieder ab und zu in der Gemeinde in Durlach, was ich vorher über Jahre nicht mehr gemacht habe, aber durch die lange Anfahrt (ca. 100 km) auch wieder nur sehr unregelmäßig. Aber dennoch hat GOTT mich nie alleine gelassen.
In 2006 begann dann die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich war ungehorsam und habe MEIN Leben leben wollen. Von IHM wollte ich in dieser Zeit nicht viel hören/sehen.
In 2007 haben wir unser erstes Kind verloren. Kurz darauf ist mein Vater gestorben, von dem ich nicht weiß, ob er gläubig war. In 2008 verloren wir dann unser zweites Kind. Nach dieser Zeit war ich so weit am Boden, dass ich innerlich nur noch um Hilfe geschrien habe, weil ich da begriffen habe, dass etwas in meinem Leben falsch läuft.
Ich war auf einem vollkommen falschen Weg… ohne GOTT. Und ich musste leider erst durch dieses „finstere Tal“ gehen.
Zwei Dinge habe ich jedoch aus dem Verlust meiner Kinder/meins Vaters gelernt bzw. er hat mir es deutlich aufgezeigt:
- Wenn meine zwei Kleinen zu dieser Zeit auf die Welt gekommen wären, hätte ich sie nicht im Glauben erzogen und wer weiß, was aus ihnen geworden wäre und wo ich heute stehen würde
- Ich habe die 100%ige Gewissheit, dass beide beim HErrn sind und ich sie wieder sehen werde! Eines schönen Tages! Außerdem wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin… in dieser Gemeinde und vor allem in einer engen Beziehung zu Jesus.
Teil 3 - Jetzt
Im November 2008 sind wir dann zum ersten Mal in die Gemeinde in Neuostheim gegangen und seither hat sich unser Leben drastisch verändert. Ich habe gelernt IHm wieder mein Leben zu Füßen zu legen und IHn mein Wege bestimmen zu lassen und sei es bei den kleinsten Dingen. Und auch wenn ich immer noch mit meinen kleinen Problemen zu kämpfen habe, ist mir seither nichts mehr Schlechtes widerfahren. Beruflich, privat,… in jeder Hinsicht ist mein Leben von Freude geprägt und ich weiß, dass ich das alleine IHm zu verdanken habe.
Und die Taufe… die ich über Jahre vor mir hergeschoben habe, weil ich dachte, ich hätte noch nicht das nötige „geistliche Level“ erreicht, oder wäre noch nicht gläubig/gut genug… erschien mir mit einem Schlag als das Logischste und das Einzige auf der ganzen Welt.
Es ist so wichtig Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben. Ohne Gemeinschaft vertrocknet man geistlich/seelisch. Ich frage mich derzeit, wie ich jemals keine intensive Gemeinschaft/Beziehung mit dem HErrn haben konnte (wollte?), oder mir andere Sachen wichtiger waren, denn ER hat es auch gesagt:„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich“ (Joh. 14,6)
Und ER IST der einzige Weg. Amen.
(Thorsten)